Heizöl-Informationen und Preisentwicklung

Eine Annäherung an den Heizölpreis: Welche Faktoren sind (Preis)bestimmend?

Oelfaesser Preisentwicklung

Der Ölpreis hat sich in 10 Jahren Verdreifacht

Nicht zuletzt seit der akuten Ölkrise in den 70er Jahren ist Öl bzw. Heizöl immer wieder in den Schlagzeilen, denn schon sehr oft war dieses schwarzes Gold, aus dem zahlreiche Energieträume und viele Alltagsgegenstände realisiert werden, im Mittelpunkt von Preiskämpfen, wilden Spekulationen und machtpolitischen Auseinandersetzungen.
Doch was macht diese natürliche Ressource eigentlich aus? Wie entwickeln sich die Preise? Was sollte beim Einkauf bedacht werden? Eine Tatsache sollte zu Beginn unmissverständlich deutlich gemacht werden: Es handelt sich um eine endliche natürliche Ressource, deren Vorkommen schon in wenigen Jahrzehnten erschöpft sein werden. Insofern wird dieses schwarze Gold auf lange Sicht von regenerativen Energien abgelöst werden müssen.

Folgende Informationen finden Sie auf dieser Seite

1. Heizöl als Brennstoff
2. Heizölsorten
3. Dieselkraftstoff vs. Heizöl
4. Preisentwicklung
5. Vor- und Nachteile
6. Was sollte beim Kauf von Heizöl beachtet werden?



Heizöl als Brennstoff: Unterscheidung nach chemischer Zusammensetzung

Auf dem Markt sind verschiedene Heizölsorten erhältlich, so etwa die Varianten Standard Schwefelarm, Super Schwefelarm oder auch neuere Bio-Mischungen.
Diese Bezeichnungen offenbaren schon, dass sich Heizölsorten durch ihre chemische Zusammensetzung unterscheiden lassen. Zu nennen sind in diesem Kontext:

  1. Schwefelgehalt
  2. Bio-Anteil
  3. Super-Additivierung, mit jeweils spezifischen Auswirkungen auf die Brenneigenschaften

Es existieren mittlerweile länderübergreifende Qualitätsstandards (Mindestanforderungen an die Qualität von Heizöl EL sind in der DIN 51603), um einheitliche Maßstäbe zu definieren. Viele Heizölsorten sind mischbar, wobei es natürlich zu beachten gilt, dass sich die spezifischen chemischen Zusammensetzungen ändern.


Welche Heizölsorten gibt es?

Es gibt verschiedene Heizölsorten, die hinsichtlich ihrer Dichte, dem Verhältnis von Kohlenstoff zu Wasserstoff (C/H) und dem Asche- und Schwefelanteil unterschieden werden. Die Qualitätsstandards sind in DIN 51603 und ÖNORM C 1109 festgeschrieben. Unterschieden werden:

  • EL (Extra Leicht)
  • EL schwefelarm
  • L (Leicht) – Wird nur noch selten verwendet, da aus Teeröl.
  • M (Mittel) – Wird nur noch selten verwendet, da aus Teeröl.
  • S (Schwer)
  • ES (Extra Schwer)


Dieselkraftstoff vs. Heizöl

Im Wesentlichen ist zum Erstaunen vieler Verbraucher die grundlegende Zusammensetzung gleich, nur der Preisunterschied zwischen beiden Stoffen ist erheblich. Dies ist in erster Linie auf die Energiesteuer zurückzuführen, die den Dieselkraftstoff deutlich teurer macht.
Verwechselt werden können beide fossilen Energieträger aber nicht, denn Diesel wird mit einem Farbstoff kenntlich gemacht. Charakteristisch in chemischer Hinsicht an diesen Brennstoffen ist, dass sie aus sehr kurzkettigen Atomen bestehen, was ihre guten Verbrennungseigenschaften erklärt. Im Energiesteuergesetz (PDF) (EnergieStG) legt der Staat übrigens fest, wo Diesel bzw. Heizöl eingesetzt werden dürfen. Paragraf 3 legt z.B. fest, dass Stromaggregate mit Heizöl betrieben werden.


Über die Preisentwicklung der wohl wichtigsten natürlichen Ressource

Euro Zeichen in Oelpfuetze

Der Ölpreis wird auch weiterhin steigen

In den letzten Jahren kannte die Entwicklung des Heizölpreises nur eine Richtung – und zwar jene der Preissteigerung. Hier ergibt sich ein nahezu paralleles Bild zum Erdgas, da der Gaspreis seit der Ölkrise in den 70er Jahren an den Ölpreis gekoppelt wurde.
Zahlte ein Verbraucher im Jahre 2002 noch ca. 35 bis 40 Euro für 100 Liter Heizöl im Jahresdurchschnitt, so waren es 10 Jahre später schon gut 90 Euro für 100 Liter, was beinahe einer Verdreifachung entspricht.
Generell sind seriöse Aussagen über die Preisentwicklung unzulässig, da Kriege und Naturkatastrophen den Preis urplötzlich in die Höhe schießen lassen können. Im Jahr der Weltwirtschaftskrise 2009 sank der Ölpreis sogar kurzzeitig deutlich, da die weltweite Nachfrage eingebrochen ist.
In Anbetracht des immensen Energiehungers von Schwellenländern wie China oder Indien und der immer knapper werdenden Ressourcen, wird der Preis in den nächsten Jahren von der Grundtendenz her aber steigen. In diesem Sinne wird klar, warum moderne und energieeffiziente Alternativen wie etwa ein mit Holzpellets befeuertes Blockheizkraftwerk attraktive Zukunftsinvestitionen verkörpern.



Vor- und Nachteile dieses fossilen Brennstoffes im Überblick

Es mag zunächst unlogisch klingen, aber umwelttechnisch lassen sich trotz der Fossilität dieses Brennstoffes aufgrund der weiten Verbreitung erhebliche Effizienzsteigerungen feststellen. Moderne Ölverbrennungsvorrichtungen sind energiesparender denn je, intelligente Bauweisen sorgen dafür, dass die klimaschädigenden Emissionen gesenkt werden konnten.
Zudem handelt es sich um eine sehr reife Technologie, die störungsfrei arbeitet und in punkto Unterhalt nicht sehr teuer ist. Auch die grundsätzlich freie Wahl des Öllieferanten bietet eine gewisse ökonomische Flexibilität.

Natürlich lässt sich nicht verleugnen, dass die CO2-Emissionen zwar gesenkt werden konnten. Im Vergleich zu regenerativen Energien (Solar- und Windenergie) wird hier also ein deutlicher Nachteil offenbar. Ein mitunter gravierender Nachteil ist, dass solche Heizölanlagen sehr viel Raum beanspruchen, um den großen Kessel unterzukriegen. Durch die zu erwartenden Preissteigerungen werden Besitzer einer solchen Heizanlage langfristig größeren finanziellen Belastungen ausgesetzt sein.


Praxistipps im Überblick: Was sollte beim Kauf von Heizöl beachtet werden?

Kalendereintrag Heizoel bestellen

Sparen bei Heizölbestellungen

Eines sollten sich Besitzer eines heizölbasierten Systems bewusst machen: Die sture Beibehaltung der immer gleichen Kaufgewohnheiten kann teuer werden. Im Nachfolgenden finden sich einige praxistaugliche Alternativen, mit denen Verbraucher bares Geld sparen können, wenn sie sich taktisch klug verhalten:

Sammelbestellungen für Heizöl: Höhere Mengen sorgen dafür, dass der Preis insgesamt sinkt. Allerdings lauern auch hier Gefahren im Kleingedruckten (Vertragsbedingungen) und natürlich muss sichergestellt werden, dass der Nachbar auch das Öl wirklich abnimmt.

Zeit ist Geld: In diesem Sinne ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, da sich auch innerhalb eines Jahres deutliche Preisschwankungen ergeben können. Eine sehr einfache Möglichkeit stellen hier online Vergleichsportale dar, die einen tagesaktuellen Preisüberblick erlauben.

Weniger ist teurer: Die Bestellpraxis zeigt, dass Teilbestellungen oft teurer sind. Am besten ist es, so viel wie möglich zu bestellen, um sich die besten Konditionen zu sichern oder sich gar einen kleinen Vorrat anzulegen, sofern möglich. Aus den vergangenen Jahren lässt sich auch der Durchschnittsverbrauch berechnen, um ein realistisches Zahlenwerk zu erhalten.

Energie einfach sparen: Durch richtiges Lüften im Winter (Stichwort „Stoßlüften“) und die etwaige Drosselung der Heizung zu bestimmten Tageszeiten oder in weniger benutzten Räumen, kann der Verbrauch mit einfachen Mitteln ohne Einschränkungen nachhaltig gesenkt werden.

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